Anne Marie Kohwagner-Leucht: o.T., Performance, Objekt und Videodokumentation


o.T., Performance, Objekt (Schwarzenseer Marmor) 35 x 35 x 8cm und Videodokumentation, ca. 1h

Kohwagner-Leucht arbeitet mit einem kulturellen Wissen das über das Medium Stein existiert, noch bevor das Material bearbeitet wird. Mit ‚Stein’ verbindet man gewöhnlich Zeitbegriffe wie Ewigkeit oder Unendlichkeit, ein Medium, das ‚den Lauf der Zeit’  am besten überdauern sollte. Kohwagner-Leucht bricht nun mit dieser Vorstellung, indem sie Sekunde für Sekunde mit ihrer bloßen Hand auf der Steinoberfläche Kreise zieht. Nach fünftägiger Arbeit (und 53 000 Kreisen) schreibt sich langsam tatsächlich eine dreidimensionale Spur in den Stein ein – wenn auch nur einen Zehntelmillimeter tief –  die Künstlerin widersetzt sich dadurch der gewöhnlichen Vorstellung, dass der Widerstand des Materials nur mit schwerem Werkzeug gebrochen werden kann. Vielmehr setzt sie auf zeitliche Prozesse, frei nach ihrer sehr persönlichen Auseinandersetzung: „Der wahre Tod wäre das verschwinden ohne ‚Spur’“ (Karl S. Guthke)

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Arndt Richter: o.T., Installation aus Papier, Polaroidfotos und einem Digiprint auf Dibond


o.T., Installation aus Papier, Polaroidfotos (laufend) und einem Digiprint auf Dibond 100 x 100 cm

Arndt Richter erwanderte, recherchierte und erlas sich in dreiwöchiger Arbeit die unterschiedlichsten Orte in Traunkirchen. Von den Steinbrüchen am Ostufer, dem „blinden Ufer“ (Christoph Ransmayr) des Traunsees bis zu „Orten von Bedeutung“ nahe dem Ortskern erarbeitete sich Richter eine Datenbank für eine ganz persönlichen Assoziationskette. Unter den vielen Bildern gab es jedoch eines, das nicht so recht stimmen wollte und Richter nicht los ließ: Das steinerne Kriegerdenkmal mit einer „erstaunlichen Umdeutung der Geschichte“ (Richter).
WIR HABEN FÜR DER HEIMAT FRIEDEN UNS GEOPFERT … Richter entscheidet sich diesen für ihn problematischen Ort zu kennzeichnen, sehr subtil stellt er -ebenfalls in Stein gemeißelt – die Frage: WAS NUN. Im Unterschied zu den in Fels gehauenen Schriften und Symbolen des Denkmals ist Richters Zeichen portabel. Es befragt solange das Kriegerdenkmal (und den Umgang mit Geschichte) bis es entweder entfernt oder als künstlerische Arbeit in das Denkmal integriert wird.

traunkirchendiaryfinal [pdf]

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Bernhard P.: o.T., Digiprints auf Dibond


o.T., Digiprints auf Dibond, Serie, je 20 x 20 cm
o.T., Digiprint auf Dibond 100 x 100 cm

Bernhard P. hinterlässt Spuren: Bei sich, staunenden Passanten und an der Oberfläche eines Gesteinsblocks, den er mit dem Fahrrad hinter sich herschleift. P. arbeitet nicht im Bildhaueratelier, sondern während der Fahrt von seinem Wohnort in Altmünster zu seinem vermeintlichen Arbeitsplatz in Traunkirchen und zurück, vier Tage lang, hundert Kilometer weit. Die Schleifspuren der täglichen Performances schreiben sich in das Gestein, verändern seine Textur und brechen den Block. Gleichzeitig schleift und bearbeitet P. auch das Selbstbild eines ‚modernen’ Bildhauers: P. verliert pro Fahrt einen Teil seines Körpergewichtes, und benötigt am Ende eine neue Arbeitskleidung, sprich eine gut anliegende Radfahrerdress.

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Julianna Nemestóthy: o.T., Digiprints auf Dibond und Objekt


o.T., Digiprints auf Dibond, 5 Stück je 21 x 29 cm
o.T., Objekt (Muschelkalk), 30 x 43 x 7 cm

Julianna Nemestóthy unterwandert jenes Konzept von Steinbildhauerei, die Stein als ein Medium für großangelegte Skulpturenprojekte begreift. Nemestóthy startete eine Versuchsreihe, wo sie mit kleinen Schottersteinen an ästhetisierten Experimenten arbeitet: In ein Glas Wasser gelegt bricht und spiegelt sich das Bild des Steinchens, versteckt in ein Buch verwandelt es sich beim Durchblättern in ein vertikales Daumenkino. Oder sie fordert die Wahrnehmung der Betrachterinnen heraus, indem sie mittels eines Kaugummis einen Tonnenschweren Rohblock simuliert.

Auch ihre zweite Arbeit, wo sie sich unmittelbar mit einem Block aus Muschelkalk auseinandersetzt, ist ähnlich konzipiert: Nemestóthy reagiert auf die Textur des Materials durch das Herausarbeiten der feinen Einschlüsse und versteinerten Muscheln. Sie verleiht dem Stein eine subjektive Zeichnung.

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Karin Tikal: o.T., Installation mit Neonschrift, Stein und Schnur


o.T., Installation mit Neonschrift, Stein und Schnur, ca. 80 x 80 cm

Karin Tikal sieht im Stein vorwiegend ein Medium von Masse und Gewicht. Dementsprechend bedrohlich positioniert sie den steinernen Kubus zu einer am Tisch montierten, fragilen Neonleuchtschrift aus Glas. Tikal provoziert die BesucherInnen das den Stein zurückspannende Band zu berühren, und es –zumindest im Kopf– zu durchschneiden. Die leuchtenden und somit raumfüllenden Buchstaben TRAUMTAG repräsentieren dann nicht mehr das versprochene Glück, sondern imaginieren das Gegenteil: Stein als latente Bedrohung.

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Stephan Schirl: o.T., graviertes Objekt und Digiprint auf Dibond


o.T., graviertes Objekt (Schwarzenseer Marmor), 34 x 34 x 8 cm
o.T., Digiprint auf Dibond, 60 x 40 cm

Stephan Schirl ist Landschaftsarchitekt, die Auseinandersetzung mit dem Medium Stein seine erste künstlerische Arbeit. Ausgehend von dem ihm vertrauten Naturbegriff verfremdet er das Wort NATUR um jeweils einen Buchstaben, bis auf der gegenüberliegenden Seite des Objektes das Wort KUNST genau diesen Prozess repräsentiert. Natur – Nanur – Nanut – Kanut – Kunut – Kunst. Das Wortspiel ist auf ein Trägermedium graviert, das in erster Linie als ‚Naturstein’ begriffen wird, quadratisch zugeschnitten befindet sich der Schriftzug exakt im ‚goldenen Schnitt’. Ausgehend von diversen Proportionslehren (Der Mensch ist das Maß aller Dinge) könnte Schirls Arbeit als ‚klassisches’ Kunstwerk gelesen werden.

Schirls zweite Arbeit, eine Fotomontage mit dem Schriftzug ‚unfug’ setzt sich mit einer Kennzeichnung des öffentlichen Raumes auseinander, die sehr langsam passiert: Das ‚Naturgraffiti’ UNFUG ist mit einer ‚unsichtbaren’ Flüssigkeit gemalt, vermoost, und wird erst im Laufe der Zeit sichtbar.

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Vincent Loidl: o.T., Installation im ‚Erlas Stadl’


o.T., Installation im ‚Erlas Stadl’

Vincent Loidl beschäftigt sich in seiner Arbeit mit archäologischen Funden. Ausgehend von Mythen rund um historische Ereignisse in Traunkirchen (Opferplatz der Kelten, Felsgravuren der Protestanten, steinerne Objekte der Jesuiten, usw.) sucht Loidl nach in Stein gemeißelten Spuren in möglicherweise verborgenen Archiven der Vergangenheit. Während er zuerst – nach mehreren Tauchgängen – im Traunsee nahe dem Kloster fündig wurde, hat sein Suchen im ‚Erlas Stadl’ (hier wurde bereits von Archäologen gegraben) einen vorläufigen Höhepunkt erreicht: Durch reinen Zufall entdeckte Loidl einen Menhir mit keltischer Inschrift. Der Stein wurde daraufhin freigelegt, wissenschaftlich befragt, die Inschrift jedoch (noch) nicht dechiffriert.

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